Kurzbericht: „Die Besucher im Blick“, 7. Hans Diers Marketing Symposium

Am 24. und 25.04.2018 nahm evalux am 7. Hans Diers Marketing Symposium in Bremen teil, das jährlich von dem Kunstverein in Bremen und markt.forschung.kultur organisiert wird. In diesem Jahr standen dabei „Die Besucher im Blick“. In der Bremer Kunsthalle fanden sich zahlreiche Vertreter/-inne/-n der deutschen Museums- und Theaterlandschaft sowie aus dem Kulturmarketing zusammen. Im Erfahrungsaustausch diskutierten sie, wie sie ihre Einrichtungen und ihr Programm noch attraktiver für das tatsächliche sowie das potentielle Kulturpublikum gestalten können.

In Workshops und Vorträgen gaben namhafte Referenten spannende Einblicke in die Theorie und Praxis, Gegenwart und Zukunft der Publikumsforschung. Prof. Dr. Peter Schmidt und Astrid Kurzeja-Christinck (markt.forschung.kultur) betonten in ihrer Präsentation insbesondere die Relevanz weitreichender gesellschaftlicher „Megatrends“ wie der Digitalisierung und der allgemeinen Zunahme kultureller Vielfalt. Wie kann die Tendenz, dass die digitale Welt immer mehr und insbesondere bei dem heranwachsenden potentiellen Kulturpublikum zum Naturzustand wird, in Museumsentwicklungsstrategien eingebaut werden? Und wie müssen kulturelle Programme ausgestaltet werden, damit auch Menschen mit unterschiedlichen sozio-ökonomischen und kulturellen Hintergründen den Besuch einer Kulturinstitution als bereichernd erleben? Dr. Thomas Renz (Kulturring Peine) lieferte interessante Ansätze aus der Nicht-Besucherforschung (engl. audience development). Diese beschäftigt sich gezielt damit, wie man neben Kern- und Gelegenheitsbesuchern auch die „Nie-Besucher“ motiviert in die Museen und Theater zu kommen. Es wurde sich dabei auch mit unbequemen Fragen beschäftigt. So wurde zum Beispiel reflektiert inwieweit die Institutionen bereit sind, Kompromisse in Bezug auf den künstlerischen Inhalt ihres Programms einzugehen, um so eine breiteres Publikum auch jenseits des klassischen Bildungsbürgertums anzusprechen.

Das 7. Hans Diers Marketing Symposium hat viele spannende Impulse gesetzt, die die Anwesenden sichtlich zum Weiterdenken und Handeln angeregt haben. Wir bedanken uns für den interessanten Austausch und nehmen aus diesem Symposium wichtige Ansätze mit für unsere Arbeit in der Museums- und Theaterevaluation.